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Aktuelle Version vom 29. Oktober 2019, 09:59 Uhr

Paul Tanner (* 14. April 1938)

Persönlicher Beitrag

Ich bin am 14. April 1938 geboren. Mein Vater war Kleinbauer und Weber. Zusammen mit fünf Geschwistern wuchs ich im Ober-Tanngraben, Eriswil, in ärmlichen Verhältnissen, aber in einer glücklichen Familie auf. Wir Kinder waren stolz darauf, dass unser Vater jahrelang Dirigent der Dorfmusik war. Ich besuchte die Primarschule in unserem Dorf und die erweiterte Oberschule, die für diejenigen Kinder bestimmt war, die wegen eines langen Schulweges oder aus anderen Gründen nicht die Sekundarschule in Huttwil besuchen konnten. Hier hatten wir einen guten Deutschlehrer, der in der Literatur sehr bewandert war. Dieser riet mir öfter, ich sollte Schriftsteller werden, weil ihm meine Aufsätze besonders gut gefielen. Mein Vater meinte aber, das sei nicht gearbeitet und dazu hätte er mir eine entsprechende Ausbildung nicht bezahlen können.

So lernte ich in unserem Dorf den Maurerberuf, bildete mich weiter und betrieb vierzig Jahre lang ein kleines Baugeschäft. Im Jahre 1958 absolvierte ich in Bern die Rekrutenschule als Militärtrompeter bei Hans Honegger. Am 31. Oktober 1964 heiratete ich meine Frau Heidi, geborene Röthlisberger. Es wurden uns vier Kinder geschenkt. Unsere Freizeit verbrachten wir hauptsächlich in der Natur, mit Fotografieren, Mineraliensuchen, Jagen und Wandern.

Mit sechsundsechzig Jahren ging ich in Pension und hatte plötzlich viel Zeit. Ich erinnerte mich an meinen Lehrer und begann zu schreiben. Zuerst einige Kolumnen für die Lokalzeitung und vom Erfolg beflügelt mein erstes Buch „Tannli-Giele“ in Mundart. Ich schickte das Manuskript dem Unteremmentaler Verlag in Huttwil. Postwendend erhielt ich die Antwort, das Buch sei sehr unterhaltsam und sie würden es gerne drucken. Meine Freude darüber war sehr gross, und ich setzte mich gleich hinter den PC und schrieb das zweite Buch „Wi bi üüs im Ämmitau“, ebenfalls in Mundart. Jeder, der mein erstes Buch gelesen hatte, kaufte auch das zweite.

So ermutigt beschloss ich nun, einen Roman in Schriftsprache zu schreiben. Die Idee dazu gab mir ein Chronist, der an einem Vortrag erzählte, wie in alten Zeiten die unbeliebten Bettler in sogenannten Bettlerjagden durch den Hornbach und über das Höchenzi ins Luzernbiet gejagt wurden. So entstand im Verlauf eines Jahres mein Roman „Die Bettlerin“. Da der Unteremmentaler Verlag nur Mundartbücher druckt, suchte ich als naiver Anfänger einen Verlag. „Wir lesen jedes Manuskript“, stand im Internet. „Wir suchen neue Autoren“! So geriet ich an den August von Goethe Verlag. Den Rest können sie sich denken. Es hat mich einiges gekostet, aber immerhin wurde mein Roman gedruckt und ich erhielt sehr viele positive Rückmeldungen, auch von Leuten die mich nicht kennen. Nun folgte ein drittes Buch, wieder in Mundart unter dem Titel „Brösmeli“.

Ich lese nun viel an Altersnachmittagen und umrahme die Vorlesungen mit Diaschauen. Natürlich schreibe ich weiter. Es sind bereits schon wieder zwei Bücher bereit zum Drucken! (Autorenkorrespondenz vom 18.08.2011)

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